Der Valentinstag
So, wie man im Oktober schon Weihnachtssüßigkeiten und im Februar schon Osterhasen aus Schokolade kaufen kann, so wird sich auch auf den Valentinstag schon lange vor diesem Tag vorbereitet. Ein Mann, der die vielen Hinweise, die sich durch die Städte, Zeitungen und das Internet verteilen übersieht, muss schon einen größeren Sehfehler haben, oder einfach sehr unaufmerksam durch sein Leben gehen. Auch die Fernsehwerbung ist schon Wochen vorher darauf ausgelegt, den Valentinstag möglichst kommerziell gestalten zu können. Was man nun auswählt, um das Herz der Geliebten oder des Angebeteten zu erfreuen, bleibt jedem selbst überlassen. Durch die vielen Hinweise wird jedoch erreicht, dass mehr gekauft wird, als sein müsste, denn eigentlich ist der Tag vielmehr ein Tag des Gefühls und der Zuneigung, als der großer und aufwendiger Geschenke.
Als Schutzpatron der Verliebten gilt der heilige Valentin, der am 14. Februar seinen Gedenktag im Kalender stehen hat. Er war ein Bischof, im italienischen Terni und wurde im dritten Jahrhundert hingerichtet. Er gilt auch als segnende Hand bei einer Ehe. Schon die alten Römer haben an diesem Datum allen Damen im Hause etwas geschenkt. In Deutschland wurde der Brauch, den Valentinstag zu feiern, erst nach dem zweiten Weltkrieg eingeführt; wie so vieles übernahm man damals diese Sitte von den Amerikanern, die ja immer noch als Besatzungsmacht vor Ort waren. Von den USA ausgehend wurde die Tradition auch in fernöstliche Staaten importiert; hier bekommen auch weibliche Vorgesetzte Blumen und andere Präsente überreicht.
Von einem einfachen, kleinen Blumengruß geht man immer mehr dazu über, große Geschenke zu besorgen. Früher reichte ein kleiner Strauß, der heute von den meisten Frauen eher abfällig mit einem angeekelten Blick gestreift würde. Immer mehr und immer größer wird geschenkt. Dabei steht zwar immer noch die Liebe auf dem Geschenkpapier; prinzipiell reicht das Ausmaß, das dieser Tag mittlerweile erreicht, jedoch schon an den Geburtstag oder gar Weihnachten heran. Schon junge Pärchen schenken sich Kettchen, Armbänder oder Freundschaftsringe, weil eine simple Liebeserklärung auf einer Karte und dazu eine schöne Solitaire Rose nicht mehr ausreichen.
Paare, die sich ihre Liebe erhalten haben, und die diesen Kommerz nicht mitmachen wollen, können sich auch mit Kleinigkeiten, oder Ideen, die kaum Geld kosten, die gegenseitige Bestätigung geben, dass die Gefühle sich nicht verändert haben. Es macht ohnehin viel mehr Sinn, die Liebe das ganze Jahr zu pflegen, statt an einem Tag ein riesiges Geschenk zu kaufen. Ein Fotobuch über die gemeinsame Zeit, einen Urlaub, den man miteinander verbracht hat, oder ein kinderfreies Wochenende, an dem man romantisch miteinander am Küchentisch bei Kerzenschein diniert, reicht vollkommen, wenn man auch die restlichen 364 Tage ein Auge aufeinander hat, sich in die Arme nimmt und füreinander da ist.
Sicher ist es nicht verboten, sich am Valentinstag Geschenke zu machen. Eine kleine Reise, wie etwa eine Städtereise in eine schöne europäische Hauptstadt, bietet eine tolle Abwechslung vom Alltag zwischen Haushalt, Beruf und Kindererziehung, bei der sich das Paar einmal ganz auf sich selbst konzentrieren kann. Von einem solchen Geschenk, das sich die Liebenden einfach selbst machen, hat jeder etwas davon. Es soll Männer geben, die nicht nur zum Geburtstag oder Weihnachten, sondern auch zum Valentinstag sehr praktisch denken, und Haushaltsgeräte verschenken. Diese Männer werden höchstens vorgespielte Freude zurückbekommen, denn eine Rose für wenige Euro ist der bedeutend größere Liebesbeweis; es muss ja nicht immer die goldene Kette sein.
Selbst gemachte Pralinen sind auch ein tolles Geschenk zum Valentinstag. In Herzform natürlich kann man dem Partner so beweisen, dass man auch einige Stunden Arbeit in Kauf nimmt, um ihm seine Lieblingssüßigkeit herzustellen. Eine Liebeserklärung am Spiegel, ein leckeres Frühstück im Bett, ein romantischer Abend mit Massage: Es gibt viele Möglichkeiten, den Valentinstag zu feiern, auch wenn ein richtig toller Blumenstrauß oder ein Schmuckschächtelchen natürlich niemals abgelehnt werden würden.
