Im Sandkasten
Es würde ein wichtiges Stück der Kindheit fehlen, gäbe es keine Sandkästen. Jedes Kind genießt es, im Sand zu sitzen, mit Förmchen, Rechen und Schaufel aus Plastik bewaffnet, und dann nach Herzenslust zu spielen. Über den Winter sind Schlitten und Schi zwar ein schöner Ersatz, aber kaum kommt der graue Übergang, können es die Kleinen kaum noch erwarten, endlich wieder in den Sandhaufen zu steigen. Mit Hingabe werden Kuchen und Torten von den Mädchen aus Sand gebacken, liebevoll mit den aus Mutters Kommode gemopsten Ohrringen verziert. Auch Jungs entwickeln geradezu eine Leidenschaft, wenn es darum geht, Burgen zu bauen, und in diesen dann alle Spielzeugfiguren aus dem Kinderzimmer zum Leben zu erwecken.
So vertieft ins Spiel vergeht mancher Nachmittag mit Freunden, aber auch allein, wenn es denn einmal sein muss. Noch schöner ist das Ganze, wenn sich der Papa oder die Mama nach Feierabend einmal dazu gesellen und sich ins Spiel einmischen. Zwar wird es Mecker geben wegen der Ohrringe und der Figuren, die Mama nun wieder säubern muss, aber das ist schnell vergessen, denn oft haben die Eltern bombastische Ideen, die noch aus der eigenen Kindheit stammen, und einen neuen Anreiz geben. Abends müssen die Kinder besonders gründlich geduscht oder gebadet werden, sonst findet man den Sand in den Hochbetten und im ganzen restlichen Wohnbereich verteilt. In den Haaren, zwischen den Zehen und in jeder Ritze und Falte der Kleidung wird eine Prise Sand mit herein getragen; manchmal könnte man im Badewasser schon beinahe Kartoffeln anpflanzen.
Ein Sandkasten ist schnell besorgt. Fertige Wannen aus Plastik bekommt man überall zu kaufen, und auch Umrahmungen aus Holz lassen sich schnell besorgen und aufbauen. Wer möchte, kann eine dicke Folie unter dem Holzrand befestigen, sodass der Sand nicht von Würmern oder Ameisen als Heimat entdeckt wird. In Plastiksandkästen besteht diese Gefahr ohnehin kaum. Eine entsprechende Menge Sand kann man im Kieswerk bekommen, oder auch sackweise im Baumarkt kaufen. Je feiner der Sand ist, umso besser lässt sich damit spielen.
Natürlich ist Wasser, ob aus der Leitung oder der Regentonne, ein Muss, wenn man im Sand richtig spielen will. Nur feuchter Sand hält so gut, dass sich daraus auch Burgen und Kuchen formen lassen. Zwar artet dieses Spiel oft in eine Art Schlammschlacht aus, doch die Spuren derselben sind ja schnell beseitigt. Das Non Plus Ultra beim Thema Sandkasten ist natürlich einer, der sich direkt am Strand nahe dem Meer befindet. Zwischen den Dünen sich selbst einzugraben und die tollsten Sandburgen zu bauen, ist ein Spaß, der nicht nur junge Herzen erfreut.
